Die Puppenliesl
Überarbeitet im September 2010
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Ich bin einer jener Menschen, die immer und überall etwas Kreatives tun müssen.
Und das seit fruehester Kindheit. Über Zweifel und Bedenken meiner Mutter hinsichtlich so manchen "Projektes" habe ich mich stets hinweggesetzt.
Auch durfte ich, wie damals üblich, meine Kindheit noch weitgehend unbeaufsichtigt verbringen.
Niemand hat uns daran gehindert, Zelte, Häuser, Höhlen oder Lager zu bauen, wir waren im Wald und auf den Wiesen unterwegs, wateten durch Bäche, kletterten auf Bäume, Mauern und eine endlose Freiheit schien vor uns zu liegen. Für ein solches Kinderleben scheint die Phantasie ein grenzenloser Raum zu sein.
Natürlich habe ich auch mit Puppen gespielt.
Ganz viele Puppen besaß ich - auch jene schlanke Blondine, die für so viele heutige Mamis eine Art Kinderzimmerschreck geworden ist.
Nichtsdestotrotz war eine Puppe völlig anderer Art mein absolut bevorzugtes Kind: Liesl.
Eine kleine aus Strumpfwolle gestrickte, über Generationen weitergegebene Puppe von meiner Oma.
Als ich Liesl "vererbt" bekam, hatte sie Löcher und fadenscheinige Stellen. Doch das nahm ich gar nicht wahr. Sprach aus Liesl ja etwas ganz anderes: eine bereits "vorgeliebte Puppenseele".
Liesl durfte stets bei mir im Bett schlafen, ihr habe ich alles erzählt, ich habe sie überall mitgenommen, sie wurde verloren, wiedergefunden, von Jungs entführt...
Sieht man Liesl nicht ihr langes, wunderbares Puppenleben an?
Zur vergroesserten Ansicht auf die Bilder klicken
Daß ich im späteren Leben etwas Kreatives, Künstlerisches tun wollte, tun musste, war für mich klar.
Zunächst habe ich begonnen, Grafik-Design zu studieren.
Als mein älterer Sohn in den Waldorfkindergarten kam, da wusste ich plötzlich, was die ganze Zeit auf mich gewartet hat.
Ich bin damals durch die kleine Kindergartenvilla gegangen, habe mir das schöne Spielmaterial angesehen, habe da und dort etwas gestreichelt......und dann sah ich sie in einer Ecke sitzen: abgeliebt, zerzaust, manche mit kaum erkennbarem Gesicht....aber mit einer unglaublichen Ausstrahlung! Waldorfpuppen! Fuer mich waren es lauter Liesls.
Und so bin ich Puppenmacherin geworden.
Puppenlieslpuppenmacherin, seit damals, als die "Lieslpuppen" mich wiederfanden.
Meiner Meinung nach braucht jedes Kind eine "Liesl".
Eine Art "Bezugsperson" über die Eltern, Geschwister und Familie hinaus. Ein Wesen, das emotionale Wärme schenkt, mit dem man sich aber auch auseinandersetzen kann und das man sogar schimpfen darf. Mit einer geliebten Puppe ist man niemals allein, denn durch die Phantasiekraft hat sie ja Leben in sich.
Es ist ein ungleich befriedigendes Gefühl, wenn unter meinen Händen aus so einfachen Materialien wie Wolle und Stoff ein Puppenwesen entsteht.
Wenn so ein fertiges Persönchen vor mir sitzt und mich anschaut, dann denke ich, vielleicht wird es eine "echte" Lieslpuppe. Ja, das ist es, was ich mir wünsche.
In der nächsten Rubrik kannst du nachlesen, was die Puppenlieslpuppen sind, was sie ausmacht....les' doch einfach weiter.
Since my early childhood I have been one of those people who has to be creative, always and everywhere.
I ignored my mother's doubts and hesitance regarding some of my "projects".
I was, as were most children in those days, allowed to enjoy my childhood unsupervised. Nowbody prevented us from building tents, houses, caves or camps. We spent our time in the woods and meadows, waded through becks, climbed trees and walls - endless freedom seemed to be always ahead of us. With such a childhood our fantasy seemed a limitless place.
Of course I played with dolls too. I had a lot of dolls - including "the blond slim one" which nowadays many mums dread. Nevertheless, a doll of completely different nature was my absolute favourite: Liesl, who is a little doll made by my grandmother. Made from fine knitted wool and handed down through generations. When I inherited Liesl, she had some holes and was quite worn in places. But I did not notice that. Liesl meant really something special to me: a doll that has been loved before.
Liesl was always allowed to sleep in my bed. I told her everything, took her everywhere. She got lost and found, kidnapped by boys....
Can't you see in Liesl her wonderful, long life? (Pictures above)
That I would have to do something creative, something artistic, in later life was clear to me. Firstly I started to study Graphic Design.
When my eldest son visited the Waldorf kindergarden, I suddenly realized what had been waiting for me all of this time.
In those days I walked through the play school, saw the lovely toys, touched things here and there...and then, all of a sudden, I saw them sitting in a corner. Loved, unkempt, some with their faces almost unrecognisable....but with an unbelievable vibrancy. Waldof dolls! For me they were all Liesls.
And that is how I became a doll maker.
A Dollmaker since those "Liesl dolls" found me.
I believe each child needs a "Liesl". An "attachment figure" besides the parents, siblings and family. A being who gives emotional warmth, but with whom you can both argue and be angry with as well. With a beloved doll you are never alone because through imagination it becomes alive.
It is an uniquely satisfying feeling when from simple materials, such as wool and fabric, a doll being created.
When such a complete little personality sits in front of me and looks at me, then I think maybe it will become a "real" Liesl doll. Yes, that is what I wish for.
In the next chapter you can read what makes a Puppenliesl doll, what they are....
Why don't you keep on reading?
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